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15.12.2017 Brandenburger Landtag fordert Stärkung des ländlichen Raums

Beschluss des Landtages Brandenburg

Potenziale ausschöpfen und Rahmenbedingungen für die ländliche Entwicklung Brandenburgs fortentwickeln

Der Landtag Brandenburg hat in seiner 54. Sitzung am 15. Dezember 2017 zum TOP 20 folgenden Beschluss gefasst:

„Der Landtag stellt fest:
Brandenburgs ländliche Regionen und die dort lebenden Menschen stecken
voller Potenziale. Bei der Förderung der ländlichen Regionen handelt es sich
um eine Querschnittsaufgabe, die in allen Politikfeldern mitgedacht und mit
Leben gefüllt werden muss. Ziel muss es sein, Kommunen einen größeren,
auch finanziellen, Spielraum zu ermöglichen. Mit den bisherigen Förderinstrumenten
wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Arbeitsplätze und Infrastruktur
geschaffen sowie neue Wertschöpfungsketten erschlossen. Die
ländlichen Regionen bedürfen in den nächsten Jahren im Interesse der dort
lebenden Bürgerinnen und Bürger weiterhin und mehr Unterstützung durch
das Land, den Bund und die Europäische Union sowohl hinsichtlich der Wertschöpfungsketten
als auch hinsichtlich der Daseinsvorsorge. Die Instrumente
hierfür sind fortzuentwickeln und auszubauen. Die bisherige Arbeit der Enquete-
Kommission zur Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des
demografischen Wandels bestätigt diese Erfahrung.
Die Landesregierung wird aufgefordert,
1. sich für eine Fortsetzung der ELER-Förderung in Brandenburg auch in
der kommenden EU-Förderperiode einzusetzen. Dies ist für die Entwicklung
der strukturschwachen Regionen und zur Sicherung der Daseinsvorsorge
dringend erforderlich. Die Förderung sollte stärker auf
das Erreichen der Entwicklungsziele des ELER ausgerichtet und nicht
von Verwaltungsverfahren dominiert werden. Das Verhältnis von Kosten
und Nutzen ist deutlich zu verbessern;
2. die Initiative der sächsischen Staatsregierung zur Neuausrichtung der
ELER-Förderung (eines ELER-RESET) gegenüber der Europäischen
Union mit Nachdruck zu unterstützen. Intention des ELER-RESET ist
eine Entbürokratisierung des Fördersystems. Der sächsische Vorschlag
zielt auf eine Stärkung des Subsidiaritätsprinzips sowie weniger Bürokratie
ab;
3. sich angesichts der vielfältigen Wertschöpfungspotenziale und infrastrukturellen
Herausforderungen in den ländlichen Räumen auch auf
Bundesebene dafür einzusetzen, die bisherige Gemeinschaftsaufgabe
‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)‘ zu einer
Gemeinschaftsaufgabe ‚Ländliche Entwicklung‘ weiterzuentwickeln
und sich für eine entsprechende Grundgesetzänderung einzusetzen;
4. sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, bei der weiteren Ausgestaltung
der GAK eine größtmögliche Übertragbarkeit der Mittel über die
jährliche Haushaltsplanung hinaus zu ermöglichen. Des Weiteren sollte
der Umfang des Verpflichtungsrahmens für die Förderung von Maßnahmen
der ‚Ländlichen Entwicklung‘ spürbar ausgeweitet werden;
5. dem Landtag über den Fortgang der Angelegenheiten zu berichten.“

Britta Stark
Die Präsidentin

 

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