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Energieregion ringt um Fördergelder

Projektschmiede für neue Entwicklungsstrategie arbeitet / Stadt-Umland-Wettbewerb startet

Der nächste europäische Fördertopf für die ländliche Entwicklung wird um etwa 15 Prozent geringer gefüllt und der Wettbewerb um das Geld damit deutlich härter. Das bestätigt Regionalmanager Michael Franke. Die "Energieregion im Lausitzer Seenland" stellt sich für das Rennen auf und schmiedet eifrig an der neuen regionalen Entwicklungsstrategie.

Lauchhammer. Bis Ende Mai muss die Bewerbung für die neue Förderperiode stehen. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) mit der Vorsitzenden Dr. Cornelia Wobar (Großräschen) und Regionalmanager Michael Franke (Lauchhammer) an der Spitze haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um viele Mitstreiter des ländlichen Raumes zwischen Altdöbern und Ruhland zu aktivieren. Denn der Zugang zum Fördertopf muss hart verdient werden: mit einer überzeugenden Entwicklungsstrategie für die Gebietskulisse (siehe Hintergrund), die weit über die reine Ortsgestaltung und Dorfschönheit hinausgeht. Die Mobilität auf dem Lande und die Wertschöpfung aus den ländlichen Betrieben in Verbindung mit dem Tourismus im Lausitzer Seenland sind die selbst verpflichtenden Schwerpunkte für Kommunen und Privatleute.

Erste Ideen sind geboren: Auf dem Areal des Altdöberner Schlosses soll ein Gebäude für den Bauhof flott gemacht werden. Die Floßflotte des Lausitzer Seenlandes soll weiter wachsen. Schwarzheide und Ruhland ringen um Finanzspritzen für das Umfeld des Ruhlander Bahnhofes. Pflegeplätze sollen in privater Regie in Ruhland und Schipkau entstehen und in betreutes Wohnen investiert werden. Ein Forschungslabor am Südteich mit Zugang vom SeeCampus Niederlausitz und ein Fahrplan für den Naturpark "Biosphäre Niederlausitz", den die Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster gemeinsam ansteuern, stehen auf der Förderwunschliste. Arztpraxen auf dem Lande sind ein großes Thema. Kluge Kooperationen über Gemeinde-, Kreis- und Ländergrenzen hinaus sind aussichtsreich.

Erstmals wird zudem noch ein Stadt-Umland-Wettbewerb gestartet. Die heimischen Mittelzentren Senftenberg und Lauchhammer können gemeinsam mit Umland-Gemeinden mit guten Projekten, die ihre Funktion als Dienstleister des ländlichen Raumes nachhaltig stärken, auch auf den Fördertopf zugreifen. Neu aufgelegt werden soll ein Budget für kleinteilige Investitionen. Unter der Bagatellgrenze von 5000 Euro war der bürokratische Aufwand von Anträgen bislang gescheut worden.

Für Stadtteile mit dörflichem Charakter und Gemeindezusammenschlüsse über 10 000 Einwohner sieht Regionalmanager Michael Franke den bisherigen Aussagen der Fördergeld-Geber zufolge dagegen keine Chance, aus den Programmen der ländlichen Entwicklung zu profitieren.

Zum Thema:

Das Fördergebiet der "Energieregion im Lausitzer Seenland" erstreckt sich vom Amt Altdöbern bis zum Amt Ruhland. Förderwürdig in dieser Gebietskulisse sind Kleinstädte mit weniger als 10 000 Einwohnern, deren dörfliche Ortsteile sowie eigenständige Gemeinden. Mit der jüngsten staatlichen Erhebung zur Bevölkerungsentwicklung (Zensus) ist die Stadt Großräschen in die Förderwürdigkeit gerutscht. Ruhland und Schwarzheide waren bereits zuvor zum Zugriff auf die europäischen Fördertöpfe für die ländliche Entwicklung berechtigt. Die Kernstädte mit mehr als 10 000 Einwohnern (Lauchhammer und Senftenberg) sind allein nicht förderfähig. Deren dörfliche Ortsteile schon. Neben Kostebrau ist zum Jahresstart nun auch Grünewalde (Stadt Lauchhammer) in das Fördergebiet der Energieregion im Lausitzer Seenland übergewechselt. Der Raum Ortrand bleibt dem Fördergebiet des Schraden (Elbe-Elster) zugeordnet.

Von Kathleen Weser/LR

 

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