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28.02.2017 - 10 Jahre LAG


Mut für Lebensqualität auf dem Lande


Die Akteure des ländlichen Förderraumes der "Energieregion im Lausitzer Seenland" blicken heute auf das erste Jahrzehnt gemeinsamer Regionalentwicklung zurück. Der Vorsitzende des Vereins spricht von einer Erfolgsgeschichte.

Die "Energieregion im Lausitzer Seenland" greift nunmehr ein Jahrzehnt in die europäischen Fördertöpfe der ländlichen Entwicklung. Heute wird diese Erfolgsgeschichte im Fördergebiet
zwischen Altdöbern und Ruhland mit einem Festakt in der Weinscheune des Hauses der Landwirtschaft in Großräschen gefeiert. Roland Pohlenz (parteilos), Bürgermeister der Stadt
Lauchhammer und Vorsitzender des Fördervereins, sieht guten Grund, den eingeschlagenen Kurs zu halten.

Herr Pohlenz, was bedeutet dieser Fördertopf für die Region?
Es ist der bedeutendste Fördertopf für den ländlichen Raum, aus dem private und kommunale Vorhaben gleichermaßen bezuschusst werden können. Über die Lokale Aktionsgruppe (LAG) haben wir es als Akteure aus der Wirtschaft und Gesellschaft in der Hand, die Prioritäten in der Region selbst zu bestimmen. Und ich kann mit gutem Gefühl auch für alle Mitstreiter, die sich sehr engagiert haben und dies weiter tun, sagen: Damit sind wir sichtlich und spürbar erfolgreich. Wir haben Dörfer lebenswerter gemacht, Arbeitsplätze erhalten und neue unterstützt, die Bedingungen für die medizinische Versorgung und die Pflege in Kleinstädten und ländlichen Orten verbessert und auch Infrastruktur auf Vordermann gebracht.

Doch das Programm bleibt im Antragsverfahren aufwendig.
Ja, es ist schwierig zu händeln. Das hat in den vergangenen Jahren vor allem private Investoren auch abgeschreckt. Aber wir haben die eigenen Bewertungskriterien für den Sprung auf die Prioritätenlisten, die wir im Fördergebiet selbst bestimmen, mit dem Ziel ausgewogener auf die Daseinsfürsorge im ländlichen Raum einwirken zu können, geändert. Gerade die jüngste Antragsrunde hat gezeigt, dass wir Privatleuten mehr Mut gemacht haben, etwas in ihren Orten zu tun. Hier ist freilich mehr Unterstützung durch unser Regionalmanagement gefragt als in den Kommunen, deren Verwaltungen den Aufwand für Fördermittelanträge kennen und neben der erforderlichen Kreativität auch in der Routine geübt sind. Die privaten Antragsteller werden gut beraten. Wir haben es ihnen mit dieser Förderperiode auch
sehr bewusst leichter gemacht.

Wie?
Vorhaben, die Jobs sichern oder schaffen, punkten für unsere Prioritätenliste schon immer am stärksten. Aber auch Ideen ab einem Finanzbedarf von weniger als einer Viertelmillion Euro werden stärker gewichtet. Mehr kleinteilige Investitionen nehmen damit die Hürde für die regionale Wunschliste. Auf der muss man landen, um überhaupt einen Förderantrag stellen zu können. Der avisierte positive Effekt ist eingetreten. Mehr sehr schöne private Projekte haben das Rennen gemacht. In den ersten Jahren war noch in viele kommunale Straßen und Brücken investiert worden. Das ist auch wichtig, weil sie natürlich ein entscheidendes Stück Lebensqualität in den Dörfern sind. Aber eine regionale Entwicklung mit starker Wertschöpfung hat Vorrang. Ich bin davon überzeugt, wir haben unsere Prioritäten richtig gesetzt.

Auch wenn damit ein neues Problem auf kommunalem Terrain akut wird?
Dazu ein klares Ja von mir. Aber natürlich teile auch ich die Sorge meiner Amtskollegen um die Zukunft der Infrastruktur im ländlichen Raum. Wir haben im Land Brandenburg für die Aufgabe, das Straßennetz flott zu halten, keinen anderen Fördertopf. Die notwendigen großen Investitionen zu stemmen, fällt vor allem den kleinen Gemeinden immer schwerer. Eine Alternative ist notwendig. Und die müssen wir auch mit Nachdruck einfordern.

Sie sind als Bürgermeister einer Stadt mit drei zugriffsberechtigten dörflichen Ortsteilen aber auch nicht ganz uneigennützig an die Spitze des Fördervereins getreten.
Lauchhammer ist viele Jahre im Fördergebiet unterrepräsentiert gewesen. Und ich stehe dafür, die Chancen, die das Programm bietet, zu nutzen. Wir sitzen alle in einem Boot. Die größeren Städte müssen die kleinen Dörfer auch stärker an sich binden, um die Region erfolgreich zukunftsfähig zu machen. Davon bin ich überzeugt. Ich kann den Unternehmer in mir auch nicht verleugnen. Ich will den Wettbewerb. Aber ich stehe ebenso dafür, die Richtung der regionalen Entwicklung offensiv miteinander abzustimmen. Natürlich kämpft in der Lokalen Aktionsgruppe jeder für seine Ziele und Projekte. Mit Argumenten, die für private und kommunale Anträge nach den gleichen Kriterien bewertet werden. Die sind sinnvoll und werden auch nicht laufend verändert, um sich an Wünsche anzupassen. Die Spielregeln gelten für alle. Es geht streng, aber gerecht zu.

Was wünschen Sie sich für die Energieregion im Lausitzer Seenland?
Dass das Förderprogramm weitergeführt wird und wir gemeinsam weiter erfolgreich sein können.


Mit Roland Pohlenz sprach Kathleen Weser/Lausitzer Rundschau.

 

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