Projekte

barrierefreie und energetische Modernisierung des Ortsteilzentrums Kostebrau

Herbst 2015

Antragsteller: Stadt Lauchhammer

Bewilligung am: 29.09.2016

Ort: Kostebrau

Gesamtkosten: 600.051,31 €

Förderung: 450.038,48 €

Projektlaufzeit: 2017 - 2018

Richtlinie: LEADER

Die bestehenden ortsüblichen Objekte der ehemaligen Schule und der KITA werden gegenwärtig von den ortsansässigen Vereinen genutzt.

Die Gebäude wurden in liebevoller Arbeit in Eigenregie der Vereine innerhalb der bestehenden baulichen Hülle renoviert und für die Vereinsnutzung hergerichtet. Sie stellen das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens im Ortsteil Kostebrau dar. Hier werden soziale Kontakte gepflegt, die dörflichen und regionalen Traditionen sowie Heimatverbundenheit gestärkt.

Die in Kostebrau bestehenden Vereine haben insgesamt 251 Mitglieder. Mit ihrer Arbeit wird neben den bereits genannten Effekten auch die Bleibebereitschaft der Einwohner erhöht.

Neben den Bereichen Seniorenarbeit werden auch die Bereiche Kinder- und Jugendarbeit abgedeckt und so soziale, kulturelle und sportliche Tätigkeiten vernetzt.

Im harmonischen Nebeneinander nutzen und betreiben der Jugendclub und der Seniorenclub „Am Windpark" die ehemaligen Klassenräume im Mehrzweckhaus 1. Hier gelingt durch gegenseitige Unterstützung eine Generationenverbundenheit.
Die im gleichen Gebäude befindliche Mehrzweckhalle ist das Herzstück des entwickelten Ortsteilzentrums.
Die ehemalige Turnhalle dient dem ganzjährigen Trainingsbetrieb der Sektionen
Tischtennis, Gymnastik und Volleyball der TSG „ROT - WEIß 90", der Funkengarde des Karnevalsclub und sporadischem Training der Fußballer und der Feuerwehr. Grundsätzlich finden dort sämtliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen für die Kostebrauer Einwohner statt, wie Bürgerversammlungen, Präsentationen, Ausstellungen, sportliche Wettkämpfe oder Veranstaltungen aller Vereine.
Wöchentlich erfolgt auf Initiative des Seniorenclub der Verkauf von Waren des täglichen Bedarfes und regionaler Produkte auf dem Schulhof bzw. an dem Mehrzweckhaus (Backwaren, Fleisch- und Wurstwaren, Lebensmittel/Waren des täglichen Bedarfes).
Eine besondere Bedeutung hat die Mehrzweckhalle als ausgewiesener Standort bei der Evakuierung der im Ortsteil ansässigen HOSPITA Sozialdienste GmbH „Haus am Wiesengrund". Die Wohnstätte in Kostebrau versteht sich als sozialtherapeutische Einrichtung für suchtmittelabhängige Frauen und Männer. Die Mehrzweckhalle in der August-Bebel-Straße dient als Ausweichquartier zur Aufrechterhaltung des Betriebes im Zusammenhang mit der Betriebserlaubnis und damit der Arbeitsplatzsicherung für die 20 Mitarbeiter.
Das Mehrzweckhaus 2 nutzen der Kultur- und Heimatverein, der Förderverein Kostebrau sowie der Ortsbeirat. Insbesondere der Kultur- und Heimatverein leistet mit seinen Aktivitäten einen großen Beitrag zur Traditionspflege und mit seinen Ausstellungen zu verschiedenen Themen einen wichtigen Beitrag zu Bildung, Kreativität und sozialer Kompetenz der Bevölkerung vor Ort. Vierteljährlich finden öffentliche Vortragsabende sowie jährlich 3 Ausstellungen unter Mitwirkung von Kunstliebhabern des Landkreises und darüber hinaus mit Besucherzahlen von durchschnittlich 400 Besuchern statt. Während dieser Ausstellungen mit wöchentlichen Öffnungszeiten erfolgt eine fachkundige Betreuung der Gäste einschließlich gastronomischer Versorgung (Kaffee, Kuchen) und Verkauf regionaler Produkte, z.B. Honig vom dorfeigenen Imker.
Der ehemalige Schulhof wird für Freiluftveranstaltungen der ansässigen Vereine, wie zum Osterfeuer, Kinderfest oder Sommer- und Herbstfest genutzt.
Spezielle Bedeutung entsteht mit der künftigen Radwegeverbindung von Kostebrau durch den ehemaligen Tagebau zum Bergheider See. Mit dieser zwischen der Stadt Lauchhammer und der LMBV vereinbarten touristischen Maßnahme entsteht für Kostebrau eine Anbindung an die regionalen Radwanderwege Fürst Pückler und Niederlausitzer Bergbautour.
Hierfür wird ein Zentrum für Fahrradtourismus auf dem Schulhof errichtet. Mit dem Auto anreisende Gäste können parken und mit Fahrrädern Rundtouren über den Bergheider See, Besucher Bergwerk F60 und NABU Gelände oder um die ehemaligen Tagebaue mit Lausitzring unternehmen. Informationstafeln mit Tourenangeboten unterstützen dabei. Bei ihrer Ankunft oder Abreise besteht die Möglichkeit der gastronomischen Versorgung und WC-Benutzung in den Mehrzweckhäusern. Ein Fahrradreparaturservice ist geplant.
Zusätzlich dient der Gebäudekomplex nach der öffentlichen Dokumentation / Beschilderung im Jahr 2015 über die Zugehörigkeit von Kostebrau zur Fürstenstraße der Wettiner als Anlaufpunkt für Besucher aus Lauchhammer oder des Lausitzer Seenlandes.
Im Dorfentwicklungskonzept des Ortsteils Kostebrau, das durch den Ortsbeirat unter Mitwirkung interessierter Einwohner in mehreren Arbeitsteams entstanden ist, wird als 1. Priorität die Stärkung der Dorfgemeinschaft genannt. Um dieses Ziel zu erreichen, ist als Maßnahme die Energetische Sanierung der Mehrzweckgebäude einschließlich der Gestaltung des Hofes und des Umfeldes zur Konzentration der Vereinsaktivitäten erforderlich. Zur Aufrechterhaltung der bestehenden Nutzung müssen die Gebäudehüllen saniert und energetisch ertüchtigt werden. Für den effektiven Einsatz vorhandener Ressourcen ist die Sanierung der Heizungsanlage dringend erforderlich. Die Häuser sind aktuell nur über Treppenanlagen zu begehen. Bei der Sanierung der Objekte sind behindertengerechte Zugänge (Auffahrten) und barrierefreie Erreichbarkeit der Räume und WC-Anlagen für die Wahrung der Chancengleichheit für Benachteiligte zu schaffen.
Die Außenanlagen sind bzgl. der Zufahrten, Gehwege und Einfriedungen sowie Stellplätzen umzugestalten. Damit wird eine Aufwertung und Qualitätssteigerung des Gebäudekomplexes einschließlich des Umfeldes für Nutzer und Besucher erreicht.

Mit der Sanierung der ortsbildprägenden Gebäude wird ein Initial gesetzt, welches auch die umliegenden Gebäudeeigentümer dazu animiert, ihre Grundstücke durch Sanierungs- und Gestaltungsaktivitäten aufzuwerten. Dies verbessert die Standortsituation und leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität im Ortsteil.

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